Jemanden für vogelfrei erklären

Jemanden für vogelfrei erklären

Bedeutung der Redensart

Man erklärt jemanden für vogelfrei, wenn man ihm bisher gewährten Schutz entzieht, ihn aus dem Schutz der Gesellschaft ausstößt. Derjenige ist also schutzlos.

Herkunft der Redensart

Diese Redensart ist schon sehr, sehr alt. Die schwerste Strafe bei unseren Ahnen war die sogenannte Friedloserklärung, die einem Ausstoßen aus der Gemeinschaft gleich kam. Jeder Mensch hatte das Recht einen “Vogelfreien” zu töten ohne Strafen befürchten zu müssen.

Auch der Leichnam war vogelfrei. Das heißt er musste nicht begraben werden, sondern durfte den Vögeln und anderem wilden Tieren zum Fraß überlassen werden.

Die Friedloserklärung wurde mit den folgenden Worten ausgesprochen:

Er ist dem Vogel in der Luft
den wilden Tieren im Walde,
den Fischen im Wasser zum Fraße freigegeben.

Kleine Trivia am Rande

Es gibt eine Ton-Aufnahme des echten Hauptmann von Köpenicks Wilhelm Voigt, der wohl berühmtesten Vogelfreie nach Robin Hood, die kurz nach der Begnadigung durch den Kaiser aufgenommen wurde und in der er sich mit folgenden Worten bedankt:

Ich danke allen, die an mich gedacht haben. Ich bin jetzt frei - hoffe aber niemals mehr vogelfrei zu werden.

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